Das Durchschnittsalter in Suhl scheint das Einzige zu sein, was ständig wächst. Der Demografische Wandel scheint die Schlange zu sein, vor der wir alle wie die Häschen regungslos verharren. Oder doch nicht? Die Sozialkonferenz hat gezeigt, dass das Thema längst in Suhl diskutiert wird. Auch in Vorbereitung der Erstellung des Stadtentwicklungskonzeptes haben Arbeitsgruppen sich genau damit beschäftigt. Wie können Menschen in Würde in Suhl älter werden.
Einige Begriffe waren da gestern völlig neu für mich. Was habe ich denn unter einer "multilokalen Großfamilie" zu verstehen? Aber es ist schon interessant. Wegen der hohen Mobilität der vermeindlich Alten sind sie in der Lage den Familienverband zu pflegen und zu nutzen, auch wenn der sich über ein größeres Territorium verteilt.
Wo viele Alte wohnen und leben, muss vieles auf deren Gewohnheiten angepasst werden. Und das ist bei genauer Betrachtung auf einmal ein Vorteil für alle. Wo Omi mit dem Rollator lang kommt, da kommt auch Mutti mit dem Kinderwagen lang und Sohnemann mit dem Roller oder das Töchterchen mit den Inlinern. Komplexe Betrachtung lohnt also.
Interessant fand ich auch den Begriff des 2. Ruhestandes. Nach dem Ende des Arbeitslebens widmen sich viele Aktive "Junge Alte" intensiver Ihren Hobbys oder sie suchen nach einer Kompensation. Viele übernehmen in diesem Alter noch einmal Verantwortung in Vereinsvorständen und vielem mehr. Das ist gut so und ein Potential, das es zu pflegen gilt. Aber was dann, wenn der 2. Ruhestand beginnt und sich die "reiferen Alten" aus genau dieser Verantwortung zurückziehen?
Ich habe jedenfalls viele Impulse und Ideen aufgenommen.
Das Leitbild "Älter werden in Suhl" sollte von vielen Verantwortungsträgern verinnerlicht werden. Es muss gar nicht spezifiziert oder großartig ausformuliert werden. Es beinhaltet viele gute Ansätze. Nun müssen wir es nur gemeinsam anpacken. Es gibt viel zu tun, wenn die Menschen in Suhl gern älter werden wollen.